Die zervikale Spondylose ist eine chronisch degenerative Erkrankung der Halswirbelsäule, die durch den fortschreitenden Verschleiß der Bandscheiben, die Bildung von Osteophyten (Knochenanbauten) an den Wirbelkörpern und Wirbelgelenken sowie degenerative Veränderungen der Bänder in diesem Bereich gekennzeichnet ist. Sie stellt eine häufige Folge des natürlichen Alterungsprozesses dar, kann jedoch durch Faktoren wie Fehlhaltungen, wiederholte Mikroverletzungen, berufliche oder sportliche Belastungen sowie frühere Verletzungen der Halswirbelsäule beschleunigt werden.
Das klinische Erscheinungsbild ist unterschiedlich und reicht von leichten Nackenschmerzen und Bewegungseinschränkungen bis hin zu ausgeprägteren Beschwerden wie Kopfschmerzen, in Schultern und Arme ausstrahlenden Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Kraftverlust. Diese Symptome entstehen, wenn degenerative Veränderungen zu einer Reizung oder Einengung von Nervenwurzeln oder, seltener, zu einer Beeinträchtigung des Rückenmarks führen.
Die Diagnose basiert auf der Anamnese, der klinischen Untersuchung und bildgebenden Verfahren, zunächst meist anhand von Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule. Bei neurologischen Beschwerden ist häufig eine Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich, um die Nervenstrukturen, das Rückenmark und die umgebenden Gewebe detailliert zu beurteilen.
Die Behandlung erfolgt überwiegend konservativ und umfasst Physiotherapie, gezielte Dehnungs- und Kräftigungsübungen, medikamentöse Schmerz- und Entzündungsbehandlung sowie Anpassungen der Körperhaltung und Ergonomie. Ein operativer Eingriff wird nur in ausgewählten Fällen durchgeführt, insbesondere bei anhaltenden, fortschreitenden oder schweren neurologischen Beschwerden, die auf konservative Maßnahmen nicht ausreichend ansprechen.