Der Verlust der Halslordose bezeichnet die Verminderung oder das vollständige Verschwinden der normalen nach vorne gerichteten Krümmung der Halswirbelsäule. Unter normalen Bedingungen trägt diese Krümmung zur gleichmäßigen Verteilung des Kopfgewichts und zur Aufnahme mechanischer Belastungen während der Bewegung bei.
Eine Aufhebung der normalen Krümmung oder in fortgeschrittenen Fällen eine Umkehrung der Lordose kann durch Muskelverspannungen als Schutzreaktion auf Schmerzen, durch Fehlhaltungen und die langfristige Nutzung elektronischer Geräte, durch degenerative Veränderungen der Bandscheiben sowie durch Verletzungen wie ein Schleudertrauma (Whiplash-Verletzung) verursacht werden.
Das Fehlen der normalen Halslordose verändert die biomechanische Belastungsverteilung in der Halswirbelsäule und führt zu einer erhöhten Beanspruchung der hinteren Strukturen und der Bandscheiben. Dadurch kann der degenerative Prozess beschleunigt und die Schmerzsymptomatik verstärkt werden.
Klinisch zeigt sich dieser Zustand häufig durch Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Spannungskopfschmerzen und in einigen Fällen durch Schmerzen, die in Richtung Schultern ausstrahlen. Die Diagnose wird in der Regel durch eine einfache seitliche Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule bestätigt.
Die Behandlung konzentriert sich auf die Korrektur der Körperhaltung, ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz, gezielte Kräftigungsübungen der Halsmuskulatur sowie Dehnübungen. Ziel ist es, soweit möglich die normale Krümmung wiederherzustellen und die Belastung der Halswirbelsäule zu reduzieren.