Verlust der Lendenlordose

Der Verlust der Lendenlordose bezeichnet die Verminderung oder das vollständige Verschwinden der normalen nach vorne gerichteten Krümmung der Lendenwirbelsäule. Unter normalen Bedingungen trägt diese physiologische Krümmung zur gleichmäßigen Verteilung des Körpergewichts sowie zur Aufnahme mechanischer Belastungen beim Stehen und Gehen bei.

Eine Aufhebung oder Abflachung der Lendenlordose kann durch Muskelverspannungen als Schutzreaktion auf Schmerzen oder Entzündungen, degenerative Veränderungen der Bandscheiben, Fehlhaltungen und Bewegungsmangel sowie durch Erkrankungen wie einen Bandscheibenvorfall oder eine lumbale Spondylose verursacht werden. Das Fehlen der normalen Krümmung verändert die biomechanische Belastungsverteilung innerhalb der Wirbelsäule und führt zu einer erhöhten Beanspruchung der Bandscheiben und der hinteren Wirbelsäulenstrukturen. Dadurch können Schmerzen verstärkt und degenerative Prozesse beschleunigt werden.

Klinisch zeigen Patienten häufig Rückenschmerzen im Lendenbereich, Steifigkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Die Diagnose wird in der Regel durch eine seitliche Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule im Stand bestätigt, wodurch die Wirbelsäulenkrümmung und die Ausrichtung beurteilt werden können.

Die Behandlung konzentriert sich auf die Verbesserung der Körperhaltung, gezielte Kräftigungs- und Dehnungsübungen für die Rumpfmuskulatur sowie physiotherapeutische Maßnahmen, die darauf abzielen, die normale Wirbelsäulenmechanik wiederherzustellen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Belastung der Lendenwirbelsäule zu reduzieren.