Bandscheibendehydration

Die Bandscheibendeshydratation ist eine der frühesten und charakteristischsten degenerativen Veränderungen der Bandscheibe, bei der der Wassergehalt des Nucleus pulposus, der zentralen gelartigen Struktur der Bandscheibe, die für die Aufnahme und Verteilung mechanischer Belastungen verantwortlich ist, schrittweise abnimmt. Die normale Alterung stellt die Hauptursache der Bandscheibendeshydratation dar, da mit zunehmendem Alter die Konzentration der Proteoglykane im Nucleus pulposus abnimmt, also jener Substanzen mit einer hohen Fähigkeit zur Wasserbindung. Dieser Prozess kann jedoch durch Faktoren wie Rauchen, chronische mechanische Belastung, Verletzungen sowie genetische Faktoren beschleunigt werden. Die Verringerung des Wassergehalts führt zu einem fortschreitenden Verlust der Elastizität und der Fähigkeit der Bandscheibe, Stoßbelastungen abzufangen, wodurch es zu einer Abnahme der Bandscheibenhöhe und einer erhöhten Anfälligkeit für weitere degenerative Veränderungen wie Risse des Anulus fibrosus, Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle kommt. In der Magnetresonanztomographie wird die Bandscheibendeshydratation durch eine verminderte Signalintensität in T2-gewichteten Sequenzen erkannt. Dieser Befund spiegelt den reduzierten Wassergehalt wider und wird häufig zur Einteilung des Schweregrades einer degenerativen Bandscheibenerkrankung verwendet. Obwohl eine Bandscheibendeshydratation mit zunehmendem Alter weitgehend als erwarteter Befund gilt und symptomlos bleiben kann, steht sie bei einigen Patienten mit chronischen Schmerzen in Zusammenhang, insbesondere wenn sie mit einem deutlichen Verlust der Bandscheibenhöhe oder weiteren begleitenden degenerativen Veränderungen verbunden ist.