Kapsulitis

Eine Kapsulitis bezeichnet die Entzündung der Gelenkkapsel, also der faserigen Hülle, die ein Gelenk umgibt und stabilisiert. Häufig ist dabei auch die Synovialmembran betroffen, welche die Innenseite der Gelenkkapsel auskleidet. Die Erkrankung entsteht meist durch wiederholte mechanische Belastung, Verletzungen, eine länger andauernde Ruhigstellung des Gelenks oder im Rahmen systemischer entzündlicher Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis.

Ein typisches Beispiel ist die frozen shoulder (adhäsive Kapsulitis), bei der eine chronische Entzündung der Schultergelenkkapsel im Verlauf zu einer Fibrose und Schrumpfung der Kapsel führt. Dadurch entsteht eine ausgeprägte Einschränkung des Bewegungsumfangs des Schultergelenks.

Zu den wichtigsten Beschwerden gehören Schmerzen, eine lokale Schwellung, ein Wärmegefühl im betroffenen Bereich sowie eine zunehmende Gelenksteifigkeit, die die alltägliche Funktion und Lebensqualität des Patienten erheblich beeinträchtigen kann. Die Diagnose erfolgt durch die klinische Untersuchung mit Beurteilung von Beweglichkeit und Schmerzsymptomatik. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) können zur Bestätigung der Diagnose und zum Ausschluss anderer Erkrankungen eingesetzt werden.

Die Behandlung umfasst Physiotherapie mit gezielten Mobilisationsübungen, medikamentöse Schmerz- und Entzündungsbehandlung sowie bei anhaltenden Beschwerden intraartikuläre Kortikosteroid-Injektionen. In seltenen Fällen kann eine operative Kapsellösung erforderlich sein, um die Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen.