Eine Muskelatrophie bezeichnet die allmähliche Abnahme der Muskelmasse und des Muskelvolumens, die in der Regel mit einer entsprechenden Verringerung der Muskelkraft und Ausdauer einhergeht. In der Orthopädie tritt sie besonders häufig infolge einer längeren Ruhigstellung eines Gelenks oder einer Extremität auf, beispielsweise nach einem Knochenbruch, einer Operation oder einer Verletzung, wenn die betroffene Muskulatur über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend belastet wird. Sie kann außerdem durch chronische Schmerzen mit eingeschränkter Beweglichkeit, neurologische Schädigungen mit gestörter Muskelinnervation, degenerative Erkrankungen oder fortgeschrittenes Alter verursacht werden.
Klinisch zeigt sich eine Muskelatrophie durch eine sichtbare Verringerung des Muskelvolumens, Kraftverlust, eine schnellere Ermüdung bei Belastung sowie Schwierigkeiten bei der Durchführung alltäglicher Bewegungen. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, da eine länger bestehende Muskelatrophie die funktionelle Wiederherstellung nach Verletzungen oder operativen Eingriffen erheblich verzögern kann. Die Behandlung basiert hauptsächlich auf einem gezielten physiotherapeutischen Rehabilitationsprogramm mit progressivem Muskelaufbau, Bewegungsübungen und funktionellem Training. In bestimmten Fällen kann die Therapie durch eine neuromuskuläre Elektrostimulation ergänzt werden, um die Muskelaktivierung zu verbessern und die Wiederherstellung von Muskelmasse und Funktion zu beschleunigen.