Die Gelenkflüssigkeit, auch Synovialflüssigkeit genannt, ist eine zähflüssige, klare Flüssigkeit, die von der Gelenkinnenhaut (Synovialmembran) gebildet wird und die Gelenkhöhle von echten Gelenken wie Knie-, Hüft- und Schultergelenk ausfüllt. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Gelenkflächen zu schmieren und dadurch die Reibung während der Bewegung zu verringern. Gleichzeitig dient sie der Ernährung des Gelenkknorpels, der über keine eigene Blutversorgung verfügt und daher auf die Versorgung mit Nährstoffen durch Diffusion aus der Synovialflüssigkeit angewiesen ist.
Darüber hinaus wirkt die Gelenkflüssigkeit als Stoßdämpfer und schützt die Gelenkflächen vor mechanischen Belastungen während Bewegung und Belastung. Menge und Zusammensetzung der Synovialflüssigkeit können sich bei Erkrankungen wie Arthrose, rheumatoider Arthritis oder nach Verletzungen verändern. Dies kann zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Gelenk (Gelenkerguss) und einer sichtbaren Schwellung führen.
Die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit durch eine Gelenkpunktion (Arthrozentese) stellt ein wichtiges diagnostisches Verfahren dar, um die Ursache eines Gelenkergusses zu bestimmen. Sie ermöglicht die Unterscheidung zwischen entzündlichen, infektiösen und degenerativen Gelenkerkrankungen. In bestimmten Fällen werden auch intraartikuläre Injektionen von Substanzen wie Hyaluronsäure therapeutisch eingesetzt, um die Gelenkschmierung zu verbessern, Beschwerden zu lindern und die Gelenkfunktion zu unterstützen.