Eine Gelenkdeformität bezeichnet eine dauerhafte Veränderung der normalen anatomischen Ausrichtung eines Gelenks. Sie kann die Stellung der beteiligten Knochen, die Form der Gelenkflächen oder die allgemeine Morphologie des betroffenen Bereichs betreffen.
Ursachen können vielfältig sein, darunter eine fortgeschrittene Arthrose mit asymmetrischem Knorpelverschleiß, chronisch-entzündliche Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, eine Fehlheilung nach einem Knochenbruch, angeborene Fehlbildungen sowie eine langfristige ungleichmäßige Belastung des Gelenks.
Typische Beispiele für Gelenkdeformitäten sind die Varusstellung des Knies (O-Beine) und die Valgusstellung des Knies (X-Beine) sowie Fehlstellungen der Finger bei rheumatoider Arthritis.
Eine solche Deformität beeinträchtigt die normale Biomechanik des Gelenks, indem sie die Belastungsverteilung auf den Gelenkflächen verändert. Dadurch kann der degenerative Prozess weiter beschleunigt werden und zu einer Zunahme von Schmerzen sowie funktionellen Einschränkungen führen.
Die Beurteilung umfasst eine klinische Untersuchung der Gelenkausrichtung und Beweglichkeit sowie eine bildgebende Diagnostik, in der Regel durch belastete Röntgenaufnahmen, um den Grad und die Art der Deformität genau zu bestimmen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und der Ursache der Deformität und reicht von konservativen Maßnahmen wie orthopädischen Hilfsmitteln und Physiotherapie bis hin zu operativen Korrekturen wie Osteotomie oder Gelenkersatz (Arthroplastik) in fortgeschrittenen Fällen.